Beitrag 1 von Ildikó von Kürthy

Schreiben wir gemeinsam! Über Macht.

Neulich gestand mir eine Freundin, dass sie sich selbst nicht gut gefällt, sobald sie Macht ausübt. Sie sagte: „Ich bin oft überheblich und kurz angebunden. Und sehr schnell sehr ungeduldig.“ Sie ist keine Führungskraft, zumindest nicht im klassischen, beruflichen Sinne. Aber sie hat zwei Kinder und eine Haushaltshilfe. Wir sind alle Führungskräfte, wir befinden uns alle in verantwortungsvollen Positionen in denen wir täglich Macht ausüben und unsere Menschlichkeit und unsere Fähigkeit, auf Augenhöhe zu bleiben, unter Beweis stellen müssen. Ob mir das gut gelingt? Sicher nicht immer. Manchmal frage ich mich, wie ich wäre, wie ich mich verändern würde, wenn ich viel Macht hätte?

Beitrag 2

Autor: Martina J.

In gewisser Weise schon, denn nur wer nix macht, macht auch nichts verkehrt. Und auch was man in bester Absicht macht, kann doch letztlich böse enden.
Grundsätzlich haben wir ja alle die gleiche Macht:
Wir haben unsere ganz eigene Führungskompetenz, die allerdings sehr stark abweichen kann von diesem "Ich-Boss-du-nix"-Konzept, das uns seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten als das Nonplusultra des erfolgreichen Alphatieres gepredigt wird. Vor allem für Frauen kann es spannend sein, die eigene Führungspersönlichkeit überhaupt erstmal zu entdecken und dann auch zu leben. Da ist die Welt sehr viel bunter, als wir derzeit annehmen.
Auch verfügen wir immer über unsere Entscheidungsfähigkeit und -freiheit. Selbst wenn es sich gelegentlich anfühlt als hätten wir nur eine freie Wahl zwischen "Pest" und "Cholera", steht es uns immer offen, nach der dritten Möglichkeit zu suchen.
Ach ja und schließlich haben wir noch unser VerANTWORTungsbewusstsein: Die konkrete Antwort, die ich auf eine Frage, eine Situation oder dem Leben selbst gegenüber gebe. Da können wir uns gar nicht davor drücken, das machen wir immer, nur eben nicht immer bewusst.
Warum hat "Macht" dann aber so einen schlechten Ruf und so viele negative Assoziationen?
Weil es viel bequemer ist, sie "den Bösen" zu überlassen, weil man keine Fehler mehr machen kann, wenn man doch deren Entscheidungen ohnmächtig ausgeliefert ist, weil es schmerzhaft sein kann, sich den eigenen Fehlentscheidungen zu stellen, vor allem, wenn man dabei noch für andere Verantwortung trägt, weil wir dann nie mehr unsere Hände in der Schüssel von "Ich war's nicht" waschen können, weil wir in unserer eigenen Führungspersönlichkeit auch immer alleine in der ersten Reihe stehen und dort angreifbar und verletzlich sind.
Ich frage mich: Wie wäre unsere Welt, wenn jede von uns diese Ihr innewohnende Macht voll und ganz annehmen würde?


Kommentar von Ildikó von Kürthy

Danke, liebe Martina, für Deinen Text. Macht ud Verantwortung gehören im besten Fall zusammen und ja, es gehört immer auch Mut dazu, Macht und damit verantwortung zu übernehmen. Ich wünsche mir manchmal mehr davon. Herzliche Grüße! Ildikó

Beitrag 3

Autor: Sarah LaMilan

Ich finde Sonntage überhaupt nicht traurig. Im Gegenteil. Sie sind mein ruhiger Hafen in dieser geschäftigen Welt. Der Sonntag ist mein Urlaub vom Alltag. Ich arbeite nicht und wende mich stattdessen mir und meiner Familie zu. Mir ist der Sonntag heilig. Ich genieße die Stille und sammle Kraft für die nächste stressige Woche voller Aufgaben. Ich beobachte Schmetterlinge im Wind und Schneeflocken, die durch die Luft tanzen. Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Nase und das Lachen meiner Tochter. Sonntags steht die Welt kurz still und ich atme tief ein und aus.


Kommentar von Ildikó von Kürthy

Danke, liebe Sarah - ich wünsche Dir noch unzählige solcher schöner Sonntage! Herzlich! Ildikó

Beitrag 4

Autor: Silke Rohrmoser

Liebe Ildikò,
was für eine schöne Idee, seine Leser zum Schreiben einzuladen! Danke dafür!

Für mich gibt es zwei Arten von Sonntag.
Ich liege im Bett und noch mit geschlossenen Augen überlege ich krampfhaft was für ein Wochentag heute wohl ist. Sonntag! Ah! Wohliges Durchatmen, Strecken, Umdrehen und noch ein wenig Dösen. Herrlich! Dann ein gemütliches Sonntagsfrühstück auf der Terrasse, ein Gartentag oder ein Ausflug mit Hund und Fahrrad? Vielleicht zum See? Und später einen gekühlten Aperitiv vor einem leckeren Abendessen mit Familie oder Freunden, das sind Sonntage wie aus dem Bilderbuch.
Da sind aber noch die anderen Sonntage, die, die nicht mit einem wohligen Gefühl beginnen, sondern eher mit einem kleinen Schrecken oder Grauen, einem unangenehmen Ziehen in der Magengegend. Montag steht vor der Tür, viele Dinge sind noch zu überdenken und zu erledigen, ein unangenehmer Termin steht ins Haus, eine lange anstrengende Woche will bewältigt werden. Sorgen lassen den Sonntag grau und trüb aussehen. Alleinsein kann heute nicht genossen werden, sondern wiegt schwer. Ich weiß nicht so recht wohin mit mir. Da hilft nur eins, raus an die frische Luft!

Kommentar von Ildikó von Kürthy

Liebe Silke - danke für Deinen Text, ich wünsche Dir noch sehr sehr viele Sonntage der ersten Kathegorie :-) Herzlich! Deine Ildikó

Beitrag 5

Autor: Sabine Lorenz

Liebe Ildiko,

deine Frauenstimmen und deine Seite kratzt so richtig an meiner Schreiblust,danke für den Anstoß.

Gibt den Menschen Macht und sie zeigen ihr wares Gesicht. Das Wort Macht hat keine gute Lobby. Sofort zeigt es seine schwarz-graue Seite und in meinem Kopf finden sich nur negativ besetzte Eigenschaften.
Ich möchte gerne dagegen setzten und solange suchen, ob sich da doch noch ein anderer Vorhang hebt ???

M, wie Mut,wie Mitsprache..., was macht das mit mir? Bin ich mutig, mache dem Mund auf und spreche mit, kann mir das die Macht verleihen, etwas zu Verändern, etwas Neues zu schaffen.

A, wie Animieren, Antrieb...,was macht das mit Neuem oder mit einer Veränderung? Ich bin positiv gestimmt, mein Motor läuft auf Hochtouren, ich hole mir Gleichgesinnte, dieser Positiv-Pushup unterstützt meine Macht, noch mehr Menschen ins Boot zu holen.

C, wie Chemie, wie Carisma...,wie bei einem Experiment, entzünden ich und meine Mitstreiter und tagen die Idee weiter, Begeisterung und Menschen mit unterschiedlichsten Talenten verleihen mit die Macht,weiter zu machen. "Die Idee macht an."

H, wie Hochdruck..., Highlight...Macht euch auf, kommt schaut es euch am. Machts fest, meldet euch an. Mit Hochdruck auf den Termin hinarbeiten. Das Highlight ...ist das der 1.Waldkindergarten in Oberfranken,der vor 22 Jahren startete.

T, lwie Tinte..., dann stand es schwarz auf weiß...mir wurde die Leitung übertragen,somit hatte ich aufeimal Macht. Ich habe das "Kind gut geschaukelt", Bis es Flügel bekommen hat.
Heute besuchen mein Enkel den Waldkindergarten und der andere darf auch bald rein ;)

Herzliche Grüße, aus dem verschneiten Wald, Sabine

Kommentar von Ildikó von Kürthy

Liebe Sabine,

herzlichen Glückwunsch zunächst zu Deinem Waldkindergarten - ein tolles Perojekt!!

Und dann zu Deinem Text. Ich würde ihn am liebsten zur Pflichlektüre für alle männlichen Führungskräfte machen.

Ja, so positiv kann Macht sein!

Herzlich!

Ildikó


Beitrag 6

Autor: Claudia aus Berlin

Liebe Ildikó,

früher war ich immer der Meinung, dass man schon gewisse negative Eigenschaften braucht, um überhaupt erstmal an die Macht zu kommen. 

Irgendwann ergab sich ein Gespräch über dieses Thema in welchem ein Kollegezu mir sagte: "Na ja, Macht bedeutet aber auch immer, gestalten zu können und das ist doch per se nichts Schlechtes." Das stimmt natürlich und es ist tatsächlich eher die Frage, wie man seine Macht nutzt. Mit Macht lässt sich viel Gutes bewirken, das ist unbestritten, aber es lässt sich eben auch viel Schaden anrichten, sei es nun bewußt oder unbewußt, weil natürlich jeder von uns mal gestresst, schlecht gelaunt oder einfach angespannt ist, was uns dann eben alle ein Stück weit unberechenbar macht und nicht immer das Beste in uns zum Vorschein bringt und das gilt auch für die Mächtigen. Die Frage in diesem Fall ist eben, wieviel Unheil von so einer Entscheidung ausgehen kann, vor allem wenn diese voreilig und unter Druck getroffen wird.

Ich habe nie nach Macht gestrebt, aber natürlich ergeben sich immer Situationen im Leben, wo man plötzlich Macht hat. Ich hoffe, dass ich sie meistens positiv einsetze, aber es wird sicherlich auch Situtionen geben, wo mir das nicht gelingt. Ich kann in diesen Fällen nur hoffen, daß die Menschen, die meine Entscheidung unmittelbar betrifft, mir das später verzeihen können und die Konsequenz aus der getroffenen Entscheidung für niemanden weitreichende negative Folgen hat, denn das würde ich mir nur schwer verzeihen.

Kommentar von Ildikó von Kürthy

Liebe Claudia!

Danke für Deinen Text. Ja, Gastaltungswille ist etwas Gutes und ich hoffe und denke, dass mehr positive Eigenschaften, zumindest in Zukunft, zum Machtausüben gehören werden, als negative.

Herzliche Grüße!


Ildikó